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Interview im Altersheim mit Ottilie zum Thema Tod

geführt von Lucas A., Rene A. und Daniel A.!

 

Bilder und Ton kommen nächste Woche!

 

Wie heißen Sie?

Ottilie!

 

Wie alt sind Sie?

Im 94. Jahr.

 

Wie lange leben Sie schon im Altersheim?

Eineinhalb Jahre.

 

Welcher Religion gehören Sie an?

Ich bin evangelisch, also Protestantin.

 

Haben Sie Angst vor dem Tod?

Nein eigentlich nicht. Natürlich, wir haben alle Wünsche, wir würden uns freuen einfach einzuschlafen. Das wäre der schönste Tod, aber Angst habe ich nicht.

 

Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Tod gemacht?

Erfahrungen? Eigentlich nicht mit dem Tod direkt, aber mit Krankheiten!

 

Haben Sie schon mal mitbekommen, dass im Altersheim jemand gestorben ist?

Ja, schon einige Male.

 

Wie haben Sie reagiert?

Ganz ruhig. Die Damen kommen ja immer ins Krankenhaus, zum Beispiel wegen eines Oberschenkelhalsbruchs und dann kommen sie meistens nicht mehr zurück. Das war so bei den Damen und dann sterben sie, aber das ist für sie eine Erlösung in unserem Alter.

 

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod oder an die Wiedergeburt?

Nein.

 

War Ihr Leben erfüllt?

Ja, es war erfüllt mit viel Arbeit und ich hatte zwei Kinder und ein Haus. Das haben wir selbst gebaut, mein Mann und ich - nicht mit den Händen, aber eben bauen lassen - aber wir mussten es bezahlen. Es war schwer die ersten Ehejahre, aber so war mein Leben und so ist es verlaufen. Dann hab ich das Haus meinem Sohn gegeben und dann bin ich aus dem Haus gegangen und habe mir eine andere Wohnung gesucht in Kirdorf und dann habe ich 18 Jahre da in diesem Kirdorf gewohnt. Dann kam da noch eine Lungenentzündung dazwischen. Damit habe ich aber meine Kinder nie belästigt. Einmal kam mein Sohn, da sagte ich zu ihm: "Ich hatte eine Lungenentzündung!", und da sagte er: "Was hattest du?" "Ja, du hast schon richtig gehört, eine Lungenentzündung." (...) Daran sind ja schon viele Frauen gestorben, da war ich schon weit über 80 Jahre alt. Ich hatte mir die Lungenentzündung durch einen Zug (Erkältung) zugezogen und das ging mir dann auf die Lunge. Da war mein Sohn ganz enttäuscht, dass ich eine Lungenentzündung hatte (und es niemandem gesagt hatte), obwohl ich immer gesund war.

Es hätte ja auch anders ausgehen können.

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