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Ehe

von Katharina (10Ra) und anderen

 

Wie wird eine Hochzeit gefeiert?

Judentum

Im Judentum wird die Ehe als wesentliche Grundlage für eine gesunde Existenz, als Mittel gegen Einsamkeit betrachtet. Im Talmud steht, dass jeder, der keine Frau hat, ohne Freude, ohne Glück, ohne Seligkeit lebt. Sich der Fortpflanzung zu verweigern, gilt als Sünde.

Die Hochzeitszeremonie, von einem Rabbiner geleitet, wird meist im Freien durchgeführt, um Gottes Segen zu erhalten. Sie findet unter der Chuppa statt, ein von vier Stangen gehaltener Hochzeitsbaldachin aus verzierter Seide, Satin oder Samt. Obwohl das Wort Chuppa ursprünglich "mit Girlanden schmücken" bedeutet, wollen die Juden hiermit auch an die alten Israeliten erinnern, die noch in Zelten lebten, sowie an die Beduinen, welche für das Brautpaar ein besonderes Zelt errichteten. Als Schutzsymbol für die Frau wird manchmal auch der Tallit als Chuppa benutzt, der im modernen Israel auf vier Gewehren hochgehalten wird. Unter dem Baldachin trägt der Bräutigam ein einfaches weißes Kleid, ein Ausdruck von Reinheit, was den Mann ebenso an Ehrlichkeit im neuen Lebensabschnitt erinnern soll. Die Braut dagegen verhüllt ihr Gesicht mit einem Schleier, der ihr vollstes Vertrauen in ihn zeigt. Im ersten Teil der Zeremonie, der Erussin (Angelobung) spricht der Rabbiner den Segen über einem Becher Wein, aus dem beide Brautleute trinken. Der Mann streift der Frau einen Ring auf den Zeigefinger der rechten Hand und sagt dabei: "Durch diesen Ring bist du mir angelobt nach dem Gesetz Moses und Israels." Am Ende der Zeremonie zerbricht der Mann ein Glas, was an die Zerstörung des Tempels in Jerusalem erinnern soll.

 

Christentum

In christlichen Familien werden die Taufe, die Kommunion, die Konfirmation, die Firmung sowie die Hochzeit und auch die Beerdigung als religiöse Ereignisse wahrgenommen. Auch Feste wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten sind so in den Alltag der Menschen eingefügt, dass man sie kaum noch als christliche Feste erkennt, sie dienen dem Familienleben und der Erholung, aber auch dem wirtschaftlichen Umsatz. Die Hochzeit in der Kirche wird nicht nur von gläubigen Christen gefeiert, sondern auch als feierlicher Rahmen für die Familie und die Freunde genutzt. Bei einer christlichen Trauung kann das Brautpaar vor der Hochzeit mit dem/der Pfarrer/in oder dem Priester den Ablauf planen und auch Einfluss auf die Gestaltung des Traugottesdienstes nehmen.

Die Heirat bedeutet die eheliche bzw. lebenspartnerschaftliche Beziehung zwischen zwei Menschen. Wenn man verheiratet ist, kommen auf einen viele Pflichten zu, z.B. im ökonomischen und sozialen Bereich. In den meisten Religionen muss der Geschlechtsverkehr stattfinden, damit die Heirat vollständig ist. Bei den Christen in Deutschland findet zuerst eine Hochzeit im Standesamt statt. Dann erst kann man auch kirchlich heiraten. Wenn man sich für eine kirchliche Trauung am gleichen Tag entscheidet, sollte man in einer Kirche heiraten, die im selben Ort wie das Standesamt ist, damit der Hochzeitstag ohne lange Fahrten vergeht. Während der Trauung wird öffentlich vor Zeugen die Eheschließung vollzogen. Der ursprüngliche Sinn der Übergabe der Braut vom Brautvater an den Bräutigam ist der Übergang der Frau vom väterlichen Schutz in die Obhut des Ehemannes. Während der Trauung steht oder kniet das Paar vor dem Pfarrer.

Bei der römisch-katholischen Kirche ist eine Ehe nur gültig, wenn die Trauung nach den kirchlichen Vorschriften geschlossen wird. Wenn zwei getaufte Christen heiraten, bedeutet es für sie eines der sieben Sakramente. Eine Scheidung ist nicht möglich. Erneut kirchlich heiraten kann man nur, wenn der frühere Partner verstorben ist oder die erste Ehe für ungültig erklärt wurde.

 

Islam

Das Brautpaar darf sich vor der Hochzeit sehen. Der Islam schreibt keine bestimmte Art, wie man Hochzeiten feiert, vor. Aber seit Jahren werden islamische Hochzeiten bunt gefeiert. Der Bräutigam muss einen Vertrag unterschreiben, in dem steht, dass er seiner Frau Geld zahlen wird.

 

 

Welchen Einfluss haben die Familien bei der Partnerwahl?

Judentum

Diese Frage muss noch beantwortet werden.

 

Christentum

Der Einfluss der Eltern wird weniger aus religiösen Gründen, sondern eher aus gesellschaftlichen Gründen bei der Partnerwahl eine Rolle spielen.

 

Islam

Das hängt sehr von dem kulturellen Umfeld ab, in dem die Familie lebt. Es gibt muslimische Familien, die Ehepartner für ihre Kinder aussuchen und manchmal auch gegen deren Willen die Heirat durchsetzen, weil dies den Familientraditionen entspricht. Es handelt sich dabei nicht um die Befolgung von religiösen Vorschriften. Es gibt aber bei uns sehr viele muslimische Familien, die ihre Kinder selbst entscheiden lassen, wen sie heiraten wollen.

 

 

Sind gemischt religiöse Ehen erlaubt?

Judentum

Während Muslime und Christen eine gemischt religiöse Ehe anerkennen, wird eine Ehe bei strengen Juden nur dann anerkannt, wenn beide Partner jüdisch sind. Trotzdem erlauben die meisten Gemeinden dem nichtjüdischen Partner am Gemeindeleben teilzunehmen. Die meisten Gemeinden werden den Ehepaaren jedoch nicht erlauben, in der Gemeinde aus der Tora vorzulesen.

 

Christentum

Ja, es gibt innerhalb des Christentums gemischt konfessionelle Eheschließungen.

Ehen mit nicht gläubigen Menschen oder mit Partnern, die einer anderen Religion angehören, können kirchlich geschlossen werden, wenn der nicht christliche Partner sich den Regeln der christlichen Trauung unterwirft. Das heißt zum Beispiel in der katholischen Kirche, dass das Brautpaar versprechen muss, seine zukünftigen Kinder katholisch zu erziehen.

 

Islam

Im Islam ist es einem muslimischen Mann erlaubt, eine Christin oder Jüdin (also eine Angehörige der Schriftreligionen) zu heiraten. Der Islam achtet diese Religionen und deshalb ist es kein Problem, wenn beide ihre Religion behalten.

Einer muslimischen Frau wird die Ehe mit einem christlichen oder jüdischen Mann nicht so schnell gestattet. Das liegt daran, dass man Angst hat, die Kinder würden nicht muslimisch. Der Partner müsste deshalb zum Islam übertreten.

 

 

Welche Religion haben Kinder in gemischten Ehen?

Judentum

Das Kind einer jüdischen Mutter ist immer jüdisch!

 

Christentum

Das kommt in den christlichen Kirchen darauf an, in welcher Religion die Ehe geschlossen wird und was die Eltern vereinbaren.

 

Islam

Wenn es nach dem Islam geht, werden die Kinder natürlich muslimisch erzogen. Wenn also ein Moslem eine Christin oder Jüdin heiratet, so möchte er, dass seine Kinder muslimisch erzogen werden. Es wäre für einen Moslem in Ordnung, wenn eine Christin oder Jüdin dem Kind beibringt, dass es einen Gott gibt.

Dasselbe werden aber natürlich auch die anderen Religionen sagen. Im Judentum wird die Religion zum Beispiel von der Mutter an das Kind weitergegeben.

Am besten wäre es vielleicht, wenn das Kind die Religion des Elternteils bekommt, das auch religiös ist und ein Vorbild für das Kind sein kann.

 

 

Dürfen Homosexuelle heiraten?

Judentum

In den Schriften steht: "Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide werden mit dem Tod bestraft." Dies bedeutet, dass die Juden gegen die homosexuellen Menschen sind, also dürfen sie laut Thora nicht heiraten.

 

Christentum

Offenheit und Toleranz gilt in der Regel auch für Paare gleichen Geschlechts, obwohl diese Frage in den christlichen Gemeinden noch oft umstritten ist. Einige Pfarrer/innen segnen homosexuelle Paare, wenn sie im Standesamt die Ehe geschlossen haben. Damit reagiert die Evangelische Kirche auf die Vielfältigkeit moderner Familienstrukturen.

 

Islam

Im Islam spricht man nicht gerne über das Thema Homosexualität. Vielen Muslimen fällt es schwer, homosexuelle Menschen zu akzeptieren. In einigen muslimischen Ländern ist der Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen sogar verboten. Schwule Muslime haben also oft noch mehr Probleme in der Gesellschaft als Homosexuelle in anderen Religionen.

Wie in den meisten Religionen dient die Ehe dazu, Kinder hervorzubringen. Da aus einer Ehe zwischen zwei Männern oder zwei Frauen keine Kinder hervorgehen, ist eine "Homoehe" im Islam auch nicht vorgesehen. Für Muslime ist es schwer, sich öffentlich zu ihrer Homosexualität zu bekennen, weil ihre Religion dagegen ist. Es gibt zwar schon immer Homosexualität, aber keiner spricht darüber. Die Ehe oder Partnerschaft können sie aber durch ein Standesamt eingehen. Das ist in Deutschland erlaubt.

 

 

Sind Scheidungen erlaubt?

Judentum

Juden sind der Ansicht, dass die Ehe ein ganzes Leben lang halten soll. Sie akzeptieren aber, dass Ehen scheitern können. Strenggläubige Juden erlauben einer geschiedenen Frau die Wiederheirat nur, wenn ihr erster Mann ihr eine Scheidungsurkunde gibt. Für alle jüdischen Männer ist die Scheidung von einer Schwangeren erst nach einer Wartezeit von drei Monaten möglich.

 

Christentum

In der Evangelischen Kirche werden auch geschiedene Eheleute wieder christlich getraut, weil man Menschen, die sich bei der Wahl ihres Ehepartners geirrt haben, nicht bestrafen will und weil die Pfarrer sagen, dass Gott diesen Fehler verzeiht.

 

Islam

Die Ehe ist für einem Muslim eher eine rechtliche Angelegenheit als ein religiöser Vertrag und kann daher aufgehoben werden. Der Islam erlaubt zwar eine Scheidung, rät aber davon ab. Ein Mann kann keine Scheidung verlangen, wenn seine Frau schwanger ist. Die Ehefrau kann sich aus dem Ehevertrag befreien, indem sie ihre Mahr (Brautgabe) zurückgibt.

 


Forum zu dieser Seite

  • Katrin schrieb am 2.11.2007 um 10:13:19:
    Hallo ich bin Katrin aus der Religio AG der GaG.Wir sind gerade dabei einen neuen Beitrag vorzubereiten. ;) 
  • Katrin schrieb am 2.11.2007 um 10:27:48:
    Hochzeit im Islam:
    Das Hochzeitsfest beginnt mit der Unterzeichnung des Ehevertrages beim Standesamt.Das Paar zieht vom Standesamt in das Haus des Bräutigams, wo die Trauung durch einen islamischen Geistlichen stattfindet. Zur Feier, die bis zu 3 Tagen dauert, werden viele Leute eingeladen. Im Islam ist keine geistliche Feier nötig um verheiratet zu sein. Im Allgemeinen nimmt die Braut bei einer traditionellen Hochzeitsfeier im Haus ihrer Eltern oder im öffentlichen Bad eine rituelle Waschung vor.Oftmals wird der Braut oder auch dem Bräutigam in der sogenannten Hennanacht Hand-und Fußflächen mit Henna gefärbt.Die Überführung der Braut in das Haus des Geliebten geschieht in einem festlichen Zug.Traditionell wird im Privathaus gefeiert, jedoch feiern Frauen und Männer getrennt. Mittlerweile finden sie aber in Sälen und Hotels statt und Frauen und Männer feiern zusammen. Die Hochzeitskleidung orientiert sich hauptsächlich an den europäischen Vorbildern. 
    • gast schrieb am 20.10.2008 um 02:06:25:
      Bitte darauf achten Kultur und Religion nicht zu vermischen! Bei einer islamischen Hochzeit braucht man das Ehepaar, die Frau einen Wali (Verwandter, Bekannter, Imam), einen Ehevertrag und die Brautgabe und das wars. Das Standesamt hat mit einer islamischen Hochzeit nichts zu tun. Das wird gemacht weil es in den Ländern üblich ist auf dem Standesamt die Eheschliessung registrieren zu lassen. Diese grossen Hochzeiten die viel Geld kosten mit protzigen Kleidern und einer riesen Anzahl von Gästen ist nicht im Sinne des Islam! Besser ist es die Armen zu speisen als das Geld für Hotels und Kleidung auszugeben.

      Lg 
  • Celli schrieb am 30.11.2007 um 10:32:38:
    Scheidung im Judentum:


    Natürlich werden auch jüdische Ehen geschieden, wenn sie nicht glücklich verlaufen.
    Wenn einer der beiden Partner damit jedoch nicht einverstanden ist, kann diese Scheidung gesetzlich auch nicht stattfinden.
    Es ist aber, auch wenn beide einverstanden sind, eine ziemlich langwierige Prozedur.
    Die Frau muss bei den eigentlichen Verhandlungen nicht dabei sein, das alleinige Berühren ihrerseits reicht, um den Scheidungsbrief (welchen der Mann ausstellen muss) gültig zu machen.
    Bei dem Schreiben des Scheidungsbriefs, auch „Get“ genannt, gibt es Vorschriften, die streng befolgt werden müssen.

    Es gibt allerdings auch spezielle Fälle, mit denen sich ein Rabbinatsgericht befassen muss.
    Z.B. wenn der Aufenthaltsort eines Mannes nicht mehr bestimmt werden kann, und die Frau vergeblich auf ihn wartet. 
  • Celli schrieb am 7.12.2007 um 10:32:50:
    Fakten der Ehen in Deutschland

    Bis 1977 gab es ein Gesetz bei dem man gucken musste, wer an dem Zerbrechen der Ehe schuld war.
    In Deutschland gibt es immer mehr Menschen die sich scheiden lassen. (Ungefähr 1 Drittel aller Ehen)
    In Deutschland werden immer weniger Ehen geschlossen.
    Das heißt, es lassen sich immer weniger Menschen in Deutschland auf eine dauerhafte Beziehung ein. 2003 lag die Scheidungsquote bei 56%.
    Es gab in dem Jahr 383.000 Eheschließungen und 214.000 Ehen wurden geschieden.

    Es waren 170.000 minderjährige Kinder 2003 von den Scheidungen betroffen.
    Durch die gerichtliche Entscheidung wird die Ehe aufgelöst. Somit lösen sich alle Rechte und Pflichten. Das Vermögen der Partner ist zu teilen. Die Scheidung kann jedoch neue Pflichten, wie z.B. den schon erwähnten Unterhalt auslösen. Der Ehegatte behält den Namen, den er während der Ehe hatte. Er kann jedoch erklären, seinen früheren Familiennamen wieder anzunehmen. Die Auswirkungen der Scheidung richten sich nach der Art der Scheidung und betreffen das Vermögen und das Erziehungsrecht

    Der neue Trend in Deutschland ist, das sich neuerdings immer weniger deutsche Ehepaare scheiden lassen. Noch vor wenigen Jahren ließen sich dagegen Jahr für Jahr mehr Menschen scheiden. Die Zahl der Scheidungen stieg ständig an. 2006 wurden ungefähr fünf Prozent weniger Ehen geschieden.
    Das Risiko, das Ehen zerbrechen, ist dennoch hoch.
    Rund jede dritte Partnerschaft wird geschieden, zumeist zwischen dem dritten und dem 14. Ehejahr.
    Die Anzahl an geborenen Kindern in Deutschland war 2004 so niedrig wie noch nie. Es wurden im Jahr 2004 nur 707.00 Kinder geboren.
    Es gab 2005 insgesamt 147.000 mehr Sterbefälle als Geburten.

    Eigene Meinung:
    Ich finde es ein wenig bedauerlich, das sich eine große Anzahl an Ehepaaren scheiden lassen. Ich verstehe es nicht, das wenn man sich für einen Partner entschieden hat und das „ja“ Wort gegeben hat, das man diesen durch manche Umstände wieder verlässt. Die meisten Kinder leiden unter dem Zusammenbruch der Ehe sehr, da sie sozusagen aus ihrem ursprünglichem Leben herausgerissen werden. Zum Abschluss meiner eigenen Meinung kann ich nur noch den Leuten, die sich auf eine Ehe einlassen einen Tipp geben: Sie sollten es sich vorher gut überlegen, damit sie es nicht später bereuen.


    Tipps zum aufrecht erhalten der Ehe:
    Um die Ehe aufrecht zu halten sind einige Punkte von Nöten. Zum einen müssen die Personen einander vertrauen. Zum anderen muss man sich auf seinen Partner verlassen können. z.B: Die Partner dürfen nicht einander fremd gehen.
    Man muss miteinander reden, um die Probleme, die eventuell auftreten, lösen zu können. Man sollte solange diskutieren, Bis man sich geeinigt hat und man mit ruhigen Gewissen ins Bett gehen kann. 
  • ehndav schrieb am 22.7.2008 um 21:57:05:
    Ich denke, das Juden nicht gegen Homosexuelle sind, kommt wahrscheinlich auf die Aurichtung an.(orthodox oder Liberal)
    Doch, denke ich, das gilt, das alle Menschen von Gott geschaffen, und deshalb gleich sind. 

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