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Feste und Bräuche im Christentum

Welche Feste gibt es und wie sind sie entstanden? Welche Bräuche werden gepflegt?

von Rafael, Liliana, manuela, Sarah, Patrick (Klasse 10Ra), Sannah, Seppel, Pat und anderen

 

Das Osterfest ist das bedeutendste Fest im Christentum. Die Riten, Bräuche und Symbole des Osterfestes, wie der Osterhase, das Färben von Ostereiern oder das Schlachten von Osterlämmern, sind keine Besonderheiten des Abendlandes.

Das Osterfest wurde 325 auf dem Konzil von Nizäa eingerichtet, auf dem  auch der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond als Termin festgelegt wurde. Über Herkunft und Geschichte des Osterfestes sowie des Wortes "Ostern" gibt es unterschiedliche Theorien. Nach christlicher Lehre leitet sich das Wort "Ostern" von "Osten" ab, der Himmelsrichtung, aus der man die Rückkehr Jesus' erwartete.

Andere leiten das Wort und das Fest von der germanischen Liebesgöttin Ostara ab. Das zugehörige Tier dieser Göttin, der man auch Eier opferte, war der Hase als Fruchtbarkeitssymbol.

Als Osterbrauch entstand das Schlachten von Osterlämmern wahrscheinlich aus dem Ritual des Judentums, anlässlich des Passahfestes Lämmer zu schlachten, auch gehört im europäischen Altertum  das Lamm zu den häufigsten Opfertieren. Im Christentum symbolisiert das Lamm Christus, der sich für die Sünden der Welt opferte; im Judentum verweist das Lamm auf den kommenden Messias.

Die Tradition des Ostereierfärbens ist spätestens seit dem 12. Jahrhundert belegt, jedoch wurden bereits in sumerischen und in römischen Gräbern gefärbte Eier als Grabbeigaben verwendet. Das Ei ist ein weit verbreitetes Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit und spielte in Europa bereits vor der christlichen Missionierung eine wichtige Rolle.

Der Hase gehört ebenso zum Osterfest, wie Osterlämmer und Ostereier. Im Judentum gehört der Hase gemäß den Schriften des Alten Testaments zu den unreinen Tieren und auch das frühe Christentum tat sich mit dem Hasen schwer.

 

Christi Himmelfahrt ist einer der ältesten christlichen Feiertage. Er wurde erstmals 370 n. Chr. gefeiert. Christi Himmelfahrt wird immer an einem Donnerstag, 40 Tage nach Ostern gefeiert. 40 Tage daher, weil Jesus nach seiner Auferstehung seinen Jüngern 40 Tage lang erschienen und dann in den Himmel aufgefahren ist. 

Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag, dass auch der Vatertag an diesem Tag gefeiert wird, hat nichts mit Himmelfahrt zu tun. In der Bibel wird detailliert beschrieben, wie Jesus mit seinen Jüngern zusammen war, als er von einer Wolke emporgehoben wurde (Apg 1, 9-11).

Himmelfahrt findet immer an einem Donnerstag statt. Es gibt nur wenige Bräuche an Himmelfahrt, einer ist es, die Osterkerze auszublasen die davor in der Osternacht geweiht und angezündet wurde. Das symbolisiert das endgültige Weggehen Jesus und den Verlust, den die Jünger damit erlitten.

 

Fronleichnam. Seit dem 13. Jahrhundert legen Katholiken das gesegnete Brot, also eine Oblate, in eine wertvolle Schale und tragen es durch die Straßen.

Im Jahr 1209 hatte Juliane Lüttich, die Nonne war, eine Vision. Sie sah beim Beten den Mond, der mit einem dunklen Fleck versehen war. Juliane berichtete, dass Jesus ihr erklärt habe,  der Mond bedeute die Kirche  und  der Fleck das Fehlen des Festes Fronleichnam. Papst Urban legte dann fest, dass am 2. Donnerstag nach Pfingsten Fronleichnam gefeiert wird.

Das Wort Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen: "fron" heißt "Herr" und "Leichnam" bedeutet "lebendiger Leib". Heute hat das Fest "Fronleichnam" den offiziellen Namen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi".


Pfingsten ist ebenfalls einer der ältesten christlichen Feiertage, der erstmals 130 n. Chr. erwähnt wird. Nach kirchlicher Vorstellung ist der heilige Geist in die Welt gesandt worden, um das Wort und das Werk Jesu Christi zu erhalten.

 

Der Reformationstag ist ein evangelischer Feiertag. Er liegt auf dem 31. Oktober und wird zum Gedenken an Martin Luthers Thesenanschlag gefeiert. Martin Luther veröffentlichte  l5l7 seine 95 Thesen in Wittenberg. Er kritisierte die Ansicht, dass Ablass (eine von der Kirche erhobene Geldbuße) die Voraussetzung sei, den Menschen von der Sünde zu erlösen. Zunächst wurde die Reformation auch am 10.11. (Geburtstag Luthers) und am 18.02. (Sterbetag Luthers) gefeiert. Später hat Kurfürst Georg II. von Sachsen den 31. Oktober festgelegt.

 

An den Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November) stehen die Verstorbenen im Zentrum der Riten und Feierlichkeiten. Zu Allerheiligen wird der Heiligen Märtyrer gedacht. Allerseelen diente früher dazu, das Leiden der Verstorbenen im Fegefeuer zu mildern. Heute wird generell der Verstorbenen gedacht, ihre Gräber werden geschmückt.

Bei Kindern und Jugendlichen ist Halloween (All Hallows Eve), der Abend vor Allerheiligen zu einem wichtigen Fest geworden. Sie verkleiden sich als Gespenster und fordern Süßigkeiten.

Halloween hat keltische und christliche Wurzeln, es geht darum, die Toten zu besänftigen. Eine christianisierte Variante ist der zum Beispiel in Irland verbreitete Glaube, dass die Toten in diesen Tagen noch einmal aus dem Fegefeuer zurückkehren, um in ihre Häuser zu gehen und die Angehörigen um deren Fürbitte anzuflehen.

 

Das Wort Advent stammt aus der Lateinischen Sprache und bedeutet "Ankunft". An 4 Adventssonntagen bereiten sich Christen auf das Weihnachtsfest vor. Die Vorstellung  von einer ruhigen Zeit ist allerdings eine Illusion, denn heute ist gerade die Adventszeit eine Zeit voller Hektik mit Kaufrausch und Festvorbereitungen. Den Adventskranz gibt es erst seit dem 19.Jahrhundert.

 

Weihnachten wird ab dem 2. Jahrhundert gefeiert. Die Urgemeinde kannte kein Weihnachtsfest. Erst im 6. Jahrhundert wurde Weihnachten ein wichtiges Fest.

An Weihnachten wird die Menschwerdung Gottes gefeiert in Verbindung mit traditionellen Licht- und Natursymbolen aus vorchristlicher Zeit. Die Geburt Jesus wurde auf den 25. Dezember gelegt, weil römische und germanische Feste an diesem Tag gefeiert wurden und die Christen so leichter an die neue Religion gewöhnt werden konnten.

Weihnachten ist das christliche Fest der Geburt Jesu. Der Hauptfesttag ist der 25 Dezember, welcher seit der Reformation schon am 24. Dezember mit dem Heiligabend beginnt. In den meisten Staaten ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist auch der 26. Dezember noch ein staatlicher Feiertag.

Seit 336 ist der 25. Dezember als kirchlicher Feiertag in Rom belegt. Das römische Fest des Sonnengottes wird oft als Ursprung von diesem Feiertag angenommen.

Mit Ostern und Pfingsten ist Weihnachten eins der 3 Hauptfeste des Kirchenjahres.

Es wird heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken von Christen und Nichtchristen gefeiert. Dieser Brauch ist seit dem 16. Jahrhundert im evangelischen Bereich bekannt. In katholischen Familien fand früher die Kinderbescherung am Nikolaustag statt.

Seit dem 11. Jahrhundert gibt es das Krippenspiel ebenfalls als Brauch, seit 1839 den Adventskranz, den Weihnachtsbaum und den Weihnachtsmann seit dem 19. Jahrhundert.

Viele Länder verbinden weiter eigene Bräuche mit Weihnachten.

 

Die Taufe ist eine religiöse Zeichenhandlung, welche die Reinigung von der Sünde symbolisiert bzw. bewirkt. Taufähnliche Handlungen gibt es auch außerhalb des Christentums. In den christlichen Kirchen wird fast immer die Säuglingstaufe praktiziert, sie steht oft mit der Namensgebung des Kindes in Verbindung. Zur Taufe zugelassen sind alle, die bereit sind, den Glauben an Jesus Christus zu bekennen. Die Taufe ist ein grundlegendes Sakrament der christlichen Kirchen. Mit der Taufe wird ein Mensch in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Das wichtigste Element der Tauffeier ist das Wasser. Dreimal wird dem Täufling Wasser über den Kopf gegossen. Dazu spricht der Pfarrer: "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes." Neben den Eltern versprechen die Paten, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen und immer für das Kind zu sorgen.

 

Das Wort Firmung kommt aus dem lateinischen und dort bedeutet "firmare" = bekräftigen/bestärken. Allgemein gibt es 7 "Sakramente" in der katholischen Kirche. Das 3. Sakrament, ist das Sakrament der Firmung. Früher, um die erste Jahrhundertwende, spielte die Firmung schon eine große Rolle bei den Menschen. Aber als Sakrament zählt es erst seit der Reformationszeit. Bei den Evangelischen fallen die Konfirmation, Kommunion und Firmung zusammen in eines.

Um zur Firmung gehen zu können, muss der Firmling einige Vorraussetzungen erfüllen und mitbringen. Er muss getauft sein und die Taufe vollendet haben. Gefirmt wird auch nur derjenige, der aus freiem Willen die Firmung empfangen möchte. Es wird auch empfohlen, zuvor das Bußsakrament zu empfangen. Das allgemeine Firmalter liegt eigentlich bei ca. 13 bis 17 Jahren. Denn in diesem Alter ist der Firmling religionsmündig und kann seine Taufe selbst bestätigen. Wenn Erwachsene getauft werden möchten, werden diese gleich mit gefirmt. Früher war es auch üblich, dass der Firmling einen Firmnamen erhielt, welcher dann auch im Kirchenregister eingetragen wurde.
Gespendet wird die Firmung im Allgemeinen von einem Bischof (ordentlicher Spender), z.B. ist hier im Umkreis, in der Diözese Mainz, Herr Karl Lehmann dafür verantwortlich. Falls dies nicht möglich sein kann, darf auch ein Priester (außerordentlicher Spender) im Auftrag des Bischofs die Firmung erteilen.
Die Firmung wird durch das so genannte "Handauflegen" gespendet. Anschließend erhält der Firmling noch die "Chrisam–Salbung". Der dort verwendete Chrisam wurde zuvor von einem Bischof in der Karwoche bzw. am Gründonnerstag geweiht. Er besteht aus eine Mischung von Öl und einem Balsam.
Bevor der Firmling seine Firmung empfängt, muss er noch das Taufbekenntnis ablegen. Dies passiert alles während dem Gottesdienst. Z.B. der Bischof fragt, worauf der Firmling dann antwortet: Bischof: "Widersagt ihr dem Satan und all seiner Verführung?" Firmling: "Ich widersage."
Anschließend begeben sich die Firmlinge mit ihren ausgewählten Firmparten nach vorne um das Sakrament der Firmung zu empfangen. Der Bischof oder der ausgewählte Priester spenden dann die Firmung, in der er mit dem Chrisam ein Kreuz auf die Stirn mit dem Daumen macht und spricht dazu: "………… (den Vornamen des Firmlings) sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist." Darauf antwortet der Firmling zu Bestätigung mit: "Amen." Während dies stattfindet, legt der Firmpate die rechte Hand auf die rechte Schulter des Firmlings. Der Parte legt die Hand auf die Schulter zur Unterstützung des Firmlings.
Nach dem Gottesdienst ist es in Deutschland oftmals so, dass die Familie, Bekannte und Verwandte den Tag mit dem Firmling und dessen Parten feierlich zu Ende bringen. Oftmals ist es auch üblich, dass der Firmling Geschenke von Angehörigen erhält.


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