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Feste und Bräuche im Judentum

Welche Feste gibt es und wie sind sie entstanden? Welche Bräuche werden gepflegt?

Zusammengestellt von Martin und Maximilian, Alexander, Nina und Sarah, Klasse 7aG

Das Leben in einer jüdischen Familie ist bei gläubigen Juden stark vom Brauchtum beeinflusst, das heißt, dass die Feste einen großen Stellenwert haben. Der Glaube und das religiöse Leben werden durch die Feste immer wieder gestärkt. Die jüdische Geschichte wird in den Festen und im Brauchtum festgehalten und auf diese Weise an die nächste Generation weiter gegeben.

 

Rosch ha-Schanah (heb. Kopf des Jahres) ist das jüdische Neujahrsfest.

An Rosch ha-Schanah beginnen die zehn Yamim Noraim (Hebräisch "furchtbare Tage"), die mit dem Versöhnungsfest Jom Kippur enden.

 

Jom Kippur ist einer der wichtigsten Festtage im Judentum und bedeutet Versöhnungstag.

An ihm darf man weder essen, trinken, baden, noch Körperpflege machen oder Sex haben. Das Fasten beginnt bei Sonnenuntergang und endet am folgenden Tag nach Einbruch der Nacht.

Die Juden beginnen den Gottesdienst am Jom Kippur mit dem Gebet "Kol Midre". Kol Midre heißt auf aramäisch "alle Gelübde" oder Verbote, Bannsprüche, Strafen und Schwüre etc.

Es gilt, dass Gebete an diesem Tag von Gott eher erhört werden als sonst.

Eine Tradition ist der Sündenbock. Ein Bock wird mit Steinen beladen, diese sollen die Sünden der Menschen darstellen. Nun wird er in die Wüste geschickt. Die Juden wollen dadurch ihre Sünden abbüßen.

 

Sukkoth ist das Laubhüttenfest. Es ist das dritte Wallfahrtsfest und wird im Herbst, vom 15. bis 21. Tischri, im Monat September und Oktober, gefeiert. Es wird durch das Wohnen in Laubhütten, mit Gebeten sowie mit einem Feststrauß gefeiert. Das Fest dauert acht Tage.

Das Laubhüttenfest erinnert an die 40 jährige Wüstenwanderung Israels und ist auch ein Erntefest. Wenn die Ernte eingebracht ist, kann man alle Sorgen, die man bis dahin hatte, vergessen.

In den Gärten oder auf dem Balkon werden für das Fest Hütten gebaut. Darin wohnt man sieben Tage lang. Abends feiert man mit Freunden und bereitet Speisen aus der Ernte zu. Nachts kann man durch das Dach die Sterne sehen und erinnert sich an die Zeit, in der Moses mit dem Volk Israel in der Wüste lebte. Auch sie lebten unter freiem Himmel und sahen dieselben Sterne. Am achten Tag wird die restliche Ernte an die Armen und Behinderten verteilt.

Der Sukkothfeststrauß besteht aus einer Zitrusfrucht, einem Palmzweig, drei Myrtenzweigen und zwei Bachweidenzweigen. Damit begegnet man Fremden, die man zu dem Fest einlädt.

 

Schmini Azeret, das ist der achte Tag von Sukkot. Er ist ein Feiertag für sich und beginnt am Vorabend.

 

Als Simchat Tora (heb. Tora-Freude) wird der zweite Tag des Schmini Azeret-Festes bezeichnet. An diesem Tag geht der jährliche Tora-Lesezyklus zu Ende und beginnt sofort wieder. In der Synagoge werden zwei Gemeindemitglieder ausgewählt, den letzten und den ersten Abschnitt aus der Tora zu lesen. Diese heißen Chatan Tora (Bräutigam der Tora) und Chatan Bereschit (Bräutigam des ersten Abschnittes).

 

Chanukkah wird in der christlichen Adventszeit, also im Dezember gefeiert.

Der Reihe nach zündet jedes jüdische Familienmitglied nach Sonnenuntergang eine Kerze an. Am letzten Chanukkah-Abend brennen 8 Kerzen.

Dieses Fest ist schon etwa 2000 Jahre alt. Als der syrische König Antiochus IV Epiphanes die jüdische Religion verbot, wurden viele heilige Orte und Gegenstände zerstört. Judas Makkabäus schaffte es jedoch, dass das Verbot aufgehoben wurde. Ihre Tempel wurden wieder eingeweiht.

Dadurch erhielt das Fest seinen Namen Chanukkah — Einweihung.

 

Purim ist eines der beliebtesten Feste im Judentum. Besonders die Kinder freuen sich darauf. Die Geschichte von Purim findet man im Buch Ester im Alten Testament.

Es wird berichtet, dass Haman, der oberste Minister unter dem König Achaschwerosch von allen Untertanen verlangte, dass sie sich niederwerfen und ihn verehren sollten. 

Der Jude Mordechai tat das jedoch nicht. Haman wurde so wütend, dass er Mordechai und alle Juden im Land töten lassen wollte. Er überredete sogar den König und warf dann ein Los (Los heißt auf persisch Pur, Mehrzahl Purim). Das Los fiel auf den 15. Adar (der 11. Monat des jüdischen Kalenders). An diesem Tag sollten alle Juden sterben.

Mordechai und Ester, die Frau des Königs, vereitelten den Plan Hamans. Am Ende war es Haman, der getötet wurde. Die Juden feierten ihre Rettung und nahmen sich vor, jedes Jahr daran zu denken. Das tun sie am 15. Adar, an Purim! Am Tag vor Purim wird gefastet, aber am 15. Adar wird dann richtig gefeiert.

Während die Purim-Geschichte vorgelesen wird, müssen alle einen riesigen Lärm machen, sobald der Name Haman fällt. Am Besten so, dass man ihn nicht hören kann.

Es wird viel gegessen und getrunken, es gibt Suppe, Fleisch und Süßes, z.B. Hamanohren! Es werden auch Speisen zu Freunden und Verwandten gebracht und an Arme verteilt, damit sie mitfeiern können. Die Erwachsenen haben die Aufgabe, sich mal so richtig zu betrinken! Die Kinder haben viel Spaß dabei, sich zu verkleiden.

 

Pessach: In der Bibel wird berichtet, wie die Israeliten während einer großen Hungersnot nach Ägypten auswanderten. Nach einiger Zeit wurden sie nach Anweisung des ägyptischen Pharaos unterdrückt und mussten schwere Zwangsarbeit leisten. Moses wurde im Auftrag Gottes ihr Anführer. Mit Gottes Schutz ging er mit seinem Volk aus Ägypten, durch das Rote Meer, nach Israel.

Die Wanderung durch die Wüste dauerte 40 Jahre. Der Name "Pessach" bedeutet "hinwegschreiten", "verschollen". Es erinnert an die Israeliten, die Gott aus Ägypten zurück in die alte Heimat führte. 

Das Pessachfest beginnt am Abend des 14. Nissan (März/April) und dauert sieben Tage. Pessach gehört zu den drei Wallfahrtfesten, an denen man zum Tempel nach Jerusalem pilgert. Am 1.Abend findet eine große Familienfeier, der Seder-Abend, statt. Man erzählt die Geschichte vom Auszug aus Ägypten. Auf dem Tisch steht der Seder–Teller. Darauf sind nur Speisen, die an die Geschichte erinnern. Während des siebentägigen Pessach wird nur ungesäuertes Brot (Mazza) gegessen.

Die Juden denken dabei an den plötzlichen Aufbruch ihrer Vorfahren nach Kanaan. Moses gestattete ihnen nicht, den Brotteig vor dem backen zu säuern. Mazza ist ein dünnes knuspriges Fladenbrot, das nach nichts schmeckt.

 

Schawuot wird am 50. Tage nach Pessach gefeiert. Es findet im Mai/Juni statt und wird auch Wochenfest genannt. Man feiert gleichzeitig das Erstlingsfest, da man an diesem Tage die Erstlingsfrüchte der Ernte zu opfern pflegte und das große Offenbarungsfest, denn an diesem Tag erhielt Moses auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote.

An Schawuot wird das Buch Ruth gelesen, in dem über die Moabiterin Ruth erzählt wird. Am Ende der Geschichte heiratet Ruth den Israeliten Boas. Eine Ehe, aus deren Nachkommenschaft König David entstammt.

König David, der Nachfahre von Ruth und Boas, wird auch an Schawuot geboren und er ist ebenfalls an diesem Tag gestorben.

Heute besteht Schawuot in Israel aus einer Reihe großartiger Erntefeste. Kinder in weißen Kleidern, mit Kränzen und grünen Zweigen in den Händen ziehen durch die Stadt. Auf den Dächern sind farbige Bänder und bunte Fahnen angebracht. Einige Bauern tragen in einem Umzug Körbe mit Obst und Gemüse.

Bei der Zubereitung der Speisen fließt Milch und Honig. Es gibt Blinzes, Palatschinken, Kreplach, Strudel, Piroggen und vieles mehr. Milchspeisen sind ein Symbol des Geschehens am Berg Sinai, auf dem Moses von Gott die Gesetze erhielt.

Von den Süßspeisen sind vor allem Kuchen in der Form der Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten und kegelförmige Kuchen sehr beliebt. Auch jede Menge Fleisch gibt es auf der Festtafel.

 

Brit Mila (hebräisch Berith: Bund, Mila: Beschneidung) ist die partielle Entfernung der Vorhaut des männlichen Glieds. Im Judentum ein Zeichen für den Eintritt in den Bund mit Gott.

 

Bar Mizwa (Sohn des Gebots): Wenn ein jüdischer Junge (13 Jahre) mit allen Rechten und Pflichten zum Mitglied der Gemeinde wird, feiert die ganze Familie ein großes Fest.

 

Das Gleiche gilt für die Bat Mizwa, wenn Mädchen (12 Jahre) zum Mitglied der Gemeinde werden.

 

Der Sabbat ("Ruhepause") ist nach dem Schöpfungsbericht der Tora der siebente Wochentag, der von Gott geheiligt ist.

 

Quelle: Wikipedia 


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