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Verhältnis der Religionen

von Özge und Patrick (9aG) und anderen

 

Warum werden Andersgläubige oft nicht toleriert?

Judentum

"Die jüdischen Gelehrten sagen, dass es unterschiedliche Wege gibt Gott zu verehren, aber es gibt bestimmte Grundsätze, die alle Menschen einhalten sollten. Dazu gehört zum Beispiel, dass man nicht morden darf, nicht stehlen darf und dass man an einen einzigen Gott glaubt. Wer sich an diese Vorschriften hält, wird als Gerechter bezeichnet, also als Mensch, der sich gut gegenüber anderen Menschen und Gott verhält. Ich glaube, dass jüdische Menschen ganz besonders viel Wert auf Toleranz legen sollten, da wir in unserer Vergangenheit sehr oft Intoleranz erleben mussten." (Jüdische Studentin)

Das Judentum akzeptiert, dass alle Menschen verschieden sind, da Gott die unterschiedlichen Hautfarben so gewollt hat. Menschen von anderen Religionen und Kulturen sollten akzeptiert werden. Jeder einzelne Mensch soll sich dafür einsetzen. Die Rabbiner lehrten, dass jeder Mensch von dem Uhrahnen abstammt: Als Adam erschaffen wurde, benutze Gott dunkle, helle, rote und gelbe Erde. Damit zeigte er den Rabbinern, dass er sich Nachfahren in unterschiedlicher Hautfarbe wünschte. Das Judentum lehrt, dass jede Form von Rassismus und Diskriminierung falsch ist. Juden sollen sich für eine friedliche Welt einsetzen. Die Tora, das wichtigste der heiligen Bücher, verbietet, dass fremde Völker schlecht behandelt werden. Alle Menschen sind Kinder Gottes und haben die gleichen Rechte.

 

Christentum

Das Miteinander wird im Christentum durch die Bibel geprägt. Paulus glaubte, dass die Kultur, Hautfarbe und Herkunft in der Kirche keine Rolle spielt. Jesus hat das schon vor Paulus gesagt. Jesus durchbrach die Schranken zwischen den Geschlechtern und Kulturen, indem er an einem Brunnen mit einer Samaritanerin sprach und den Diener eines römischen Soldaten heilte. Das Christentum lehrt, dass jede Form von Rassismus und Diskriminierung falsch ist. In der Kultur und in der Gesellschaft sollen sich die Christen für ein friedliches Zusammenleben einsetzen.

 

Islam

Moslems und Juden sind auf keinen Fall alle miteinander verfeindet. Der Konflikt in Israel und Palästina hat weniger mit der Religion zu tun, sondern eher mit einem bestimmten Stück Land, um das man sich streitet. Beide Seiten beziehen die Religion oft mit in den Streit ein aber eigentlich geht es nicht wirklich darum. Über viele Jahrhunderte hinweg haben Moslems und Juden friedlich und in Freundschaft miteinander gelebt und das ist in manchen Teilen der Welt immer noch so. Es gibt auch in Israel Dörfer, in denen Israelis und Palästinenser gemeinsam leben, lernen und arbeiten. Die beiden Religionen haben einiges gemeinsam und die Menschen sollten sich gegenseitig mit Respekt behandeln, was viele Israelis und Palästinenser leider nicht tun.

 

Akzeptiert Ihr andere Religionen?

Judentum

"Ja, wir akzeptieren auch andere Religionen, weil wir finden, dass es egal ist, welche Religion ein Mensch hat. Alle glauben schließlich an einen Gott." (Jüdische Studentin)

 

Christentum

Das ist bei uns sehr unterschiedlich, es gibt Christen, die das Gebot der Nächstenliebe so auffassen, dass es Menschen anderer Religion einschließt. Das bedeutet, dass alle Menschen Kinder Gottes sind und damit gleichberechtigt. Wir haben uns in der Theatergruppe mit der Ringparabel in "Nathan der Weise" beschäftigt. Da kommt am Ende heraus, dass es sich am Verhalten der Menschen in den Religionen zeigen wird, ob eine der drei besser ist. Das heißt natürlich, dass erst einmal alle sich anstrengen müssen, wenn sie besser sein wollen.

 

Islam

Das Islamische Gesetz garantiert Nichtgläubigen Sicherheit. Diese Menschen stehen unter dem Schutz Allahs, Mohammeds und der muslimischen Gemeinschaft. Im Koran wird den Christen und den Juden Schutz garantiert. Im Koran steht auch, dass der Islam die einzige wahre Religion ist. Muslime glauben, dass dem Propheten Mohammed Gottes letzte Offenbarung zuteil wurde. Der Islam ist ein missionarischer Glaube, Muslime halten es für Pflicht, Gottes Offenbarung mit anderen Menschen zu teilen.

 


Forum zu dieser Seite

  • Credens schrieb am 1.2.2009 um 14:43:40:
    Bei uns- in der Bundesrepublik Deutschland- gilt seit 1949 mit dem Grundgesetz die Glaubensfreiheit, Artikel 4 Absatz 1 GG. Das ist eine Errungenschaft, die sich scharf von der Zeit
    vorher absetzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) verfolgte der deutsche
    Staat die Juden. Zu der Zeit beanspruchte die Kirche noch, den einzigen Weg zum Himmel zu weisen. Nach dem Holocaust an den Juden änderte die Amtskirche ihre Haltung zum Judentum.
    Auch dieser Weg sei gangbar. Der Bund mit den Juden sei nicht von Gott gekündigt. Bisher
    besteht nur eine tolerante Absichtserklärung zugunsten der Muslime. Aus meiner Sicht müßte
    Sure 4 Vers 157 von muslimischen Religionsgelehrten einschränkend ausgelegt werden: dort
    wird bestritten, dass Jesus selbst gekreuzigt worden ist. Damit wird das Neue Testament madig gemacht. Auch wenn die muslimsch-jüdische Auffassung in vielen Fällen richtig ist, dass Gott
    einfach so vergeben kann, trifft das für die "Lästerung des Heiligen Geistes" nicht zu. Sie ist todeswürdig. Die Christen müssen daher auf der Tatsache der Kreuzigung bestehen. Auch wenn
    den meisten muslimischen Migranten Sure 4 Vers 157 unbekannt sein sollte, steht er mit seinem Wortlaut der Achtung vor dem Christentum entgegen.

    Auch wenn im Koran steht, in der Religion dürfe es keinen Zwang geben, ist die Religionsfreiheit
    in den meisten muslimischen Ländern sehr eingeschränkt. Zumindest in Deutschland müßte der
    Übertritt zum Christentum von Muslimen nicht als "Abfall vom Glauben" angesehen werden.
    Der macht nämlich vogelfrei.

    Keine der drei monotheistischen Religionen war zu jeder Zeit tolerant. Meistens war das Gegenteil der Fall. Heute aber, in einer Zeit der technischen und kommerziellen Globalisierung,
    verbietet sich jede kulturelle Ausgrenzung. Achtung vor anderen schließt ja nicht aus, den eigenen Weg für den besten zu halten. 

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